Kern meiner Arbeit ist die Gestaltung von lebendigen Interaktions- und Begegnungsräumen, um künstlerische Strategien der Poetik und das Wissen der Sprache für Bildungsprozesse zu nutzen. Dabei lade ich Menschen ein, gemeinsam auf eine künstlerische Reise innerhalb eines Gestaltungsprozesses zu gehen: wahrnehmen, erinnern, assoziieren, abstrahieren, sich poetisch schreibend mit Grundthemen unserer Zeit auseinandersetzen, neu sehen, ohne Angst vor Fehlern, erkennen und sich darüber mit anderen austauschen. „shared learning“ ist das Prinzip.

Dabei kann jeder Ort zu einem Raum des gesellschaftlichen Austausches und einer Bühne der Verständigung werden.

Meine jahrelange Projekterfahrung im Bildungsbereich mit Menschen in der Mitte der Gesellschaft, mit Führungsverantwortung und Menschen von den Rändern unserer Gesellschaft, mit starken Frustrations- und Verweigerungshaltungen, jung und alt, fließen in die Arbeit mit ein. Die Teilnehmenden müssen keine Kenntnisse im Umgang mit Poesie und Text besitzen, noch sich zuvor mit Kunst oder den großen Themen auseinandergesetzt haben: Partizipation + Demokratie / Wert + Schöpfung / Zeit + Beschleunigung / Ehre + Amt / Verantwortung + Freiheit / Wissen + Erbe…

Als Künstlerin und Ethnologin verstehe ich mich nicht als Einzelakteurin. Ich arbeite mit anderen Menschen zusammen und lerne, wenn ich Menschen in Begegnung bringe mit anderen Menschen, die ihrerseits selbst zu Akteur*innen werden.

Als Autorin fließen meine persönlichen Eindrücke und Erkenntnisseaus dieser Arbeit in lyrische Miniaturen, Gedichte, Notationen, Aufsätze, Essays, oder Collagen.

Manche davon arrangiere ich auch zu Vorträgen, um von meinen Erfahrungen zu berichten, im Kontext gesellschaftlicher Um- und Aufbrüche und im Wissen um unsere Geschichte. Dabei ist es mein Wunsch, dass möglichst viele Menschen von der Kraft der Poesie durch eigenes Schreiben erfahren, als Weg zur Emanzipation – für die Entwicklung hin, zu einer solidarischeren Welt.